IQM Initiative Qualitätsmedizin

„Die Patienten haben ein Recht auf klare Aussagen zur Qualität von Krankenhäusern“ Karl Prinz zu Löwenstein,
Vorsitzender der Geschäftsführung der Malteser Deutschland gGmbH

Indikatoren

Qualitätsindikatoren: Verbesserungspotential identifizieren

Voraussetzung für ein Qualitätsmanagement, das auf die kontinuierliche Verbesserung der medizinischen Ergebnis- und Behandlungsqualität abzielt, ist die Kenntnis der eigenen Stärken und Schwächen. Dazu bedarf es regelmäßig ergebnisorientierter, belastbarer und aussagekräftiger Qualitätsmessungen. Die IQM Mitgliedskliniken nutzen dazu die German Inpatient Quality Indicators (G-IQI). Die Mitglieder aus Österreich nutzen die A-IQI und die Mitglieder aus der Schweiz die CH-IQI. Die aktuelle Version der G-IQI beinhaltet über 300 Ergebnis-, Mengen- und Verfahrenskennzahlen zu 64 bedeutsamen Krankheitsbildern und Behandlungen. Die G-IQI werden kontinuierlich weiterentwickelt. Derzeit decken die G-IQI knapp 45 % der stationären Fälle im DRG-Bereich ab.

Das Definitionshandbuch für das Datenjahr 2015 der G-IQI Version 4.2, Band 1, steht für Sie unter folgendem Link zum Download bereit: http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn:nbn:de:kobv:83-opus4-70071.

Das Definitionshandbuch für das Datenjahr 2015 der G-IQI Version 5.0, Band 1, steht für Sie unter folgendem Link zum Download bereit: https://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/5439

Das Definitionshandbuch für das Datenjahr 2016 der G-IQI Version 5.0, Band 2, steht für Sie unter folgendem Link zum Download bereit: https://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/5819

Die «Qualitätsindikatoren der Schweizer Akutspitäler 2014» stehen Ihnen unter der Internetadresse www.bag.admin.ch/qiss als Download zur Verfügung.

Qualitätsmessung auf Basis von Routinedaten

Das deutsche DRG-Fallpauschalensystem bietet die Möglichkeit, weitreichende Qualitätsinformationen aus den administrativen Routinedaten (Abrechnungsdaten) der Kliniken abzuleiten: Jede Leistung im Krankenhaus wird im Zuge der Abrechnung fallbezogen kodiert und diagnostisch und prozedurenbezogen (ICD- und OPS-Codes) abgebildet. Diese Routinedaten werden von den Kostenträgern überprüft, erfassen jeden behandelten Patienten und sind kurzfristig verfügbar. Die Qualitätsmessung über Qualitätsindikatoren auf Basis von Routinedaten bedeutet deshalb hohe Effizienz (kein zusätzlicher Dokumentationsaufwand in den Kliniken) sowie Objektivität (leichte Überprüfbarkeit), und ermöglicht dem Krankenhaus, zeitnah Verbesserungspotentiale bei Qualitätsergebnissen sowie Behandlungsabläufen und -strukturen zu identifizieren. Neben den G-IQI werten alle teilnehmenden Krankenhäuser ihre Qualität zusätzlich mittels den Patient Safety Indicators (PSI), angelehnt an die US-amerikanischen Indikatoren der Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ), aus.

Grundlage zur aktiven Qualitätsverbesserung

Die IQM Mitgliedskrankenhäuser haben sich bei über 40 Ergebnis- und Verfahrenskennzahlen trägerübergreifend auf gemeinsame Zielwerte geeinigt. Dies können statistische Erwartungswerte (Risikoadjustierung) oder Bundesreferenzwerte sein. Wird ein Zielwert nicht erreicht, kann dies auf mögliche Qualitätsprobleme bei Behandlungsabläufen und –strukturen hinweisen. Die G-IQI, A-IQI und CH-IQI bilden daher das Aufgreifkriterium zur Durchführung von Peer Review Verfahren. Bei einem Peer Review erfolgt die genaue Analyse der Behandlungsabläufe und –strukturen auf tatsächliche Schwachstellen vor Ort in der Klinik. Die Ergebnisse des Reviews bilden die Grundlage für aktive Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung. Die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen kann das Krankenhaus mit den Indikatoren regelmäßig überprüfen.

Sektorenübergreifende Qualitätsmessung (QSR)

QSR steht für Qualitätssicherung mit Routinedaten. IQM ist Kooperationspartner des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) für das Verfahren der sektorenübergreifenden Qualitätsmessung. Die IQM Kliniken beziehen jährlich den aktuellen AOK-QSR-Klinikbericht. Der zentrale Vorteil von QSR gegenüber traditionellen Qualitätsmessungsverfahren besteht darin, dass auch Ereignisse nach einem Krankenhausaufenthalt in die Messung einfließen (z.B. für Hüft- und Kniegelenkersatz: u.a. ungeplante Folgeoperationen innerhalb eines Jahres, chirurgische Komplikationen innerhalb von 90 Tagen, Thrombose/Lungenembolie innerhalb von 90 Tagen und Todesfälle innerhalb von 90 Tagen nach OP). Im AOK Krankenhaus-Navigator werden QSR-Ergebnisse für die öffentliche Berichterstattung über die Qualität deutscher Kliniken abgebildet.

Downloads:

Handbuch IQM 2014, 1. Auflage: Die Indikatoren - Einführung und Gebrauch der Indikatoren für Qualitätsverbesserungen im internen Qualitätsmanagement

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Jahrbuch Qualitätsmedizin 2010: G-IQI - Qualitätsmessung in der Initiative Qualitätsmedizin

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Jahrbuch Qualitätsmedizin 2012: Bundesreferenzwerte für die German Inpatient Quality Indicators

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QSR Musterbericht

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